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Der Markt für Bio-Lebensmittel in Polen startet durch Der Boom von Bio-Lebensmitteln hält im Westen schon seit über 10 Jahren fast ununterbrochen an. Polen - seit Mai 2004 in der EU - scheint sich diesem Trend jetzt anzuschliessen. Obwohl Bio-Lebensmittel dort noch ein Nische sind und der Markt klar unterentwickelt ist, bietet Polen interessierten Investoren vielversprechende Perspektiven. Dank niedriger Lohnkosten und einer grossen Anbaufläche ist Polen nicht nur ein interessanter Absatzmarkt, sondern kommt auch als Produktionsstandort und Rohstoff-Lieferant infrage. Ein neuer Report von SixtyTwo International Consultants beschreibt diese Investitionsmöglichkeiten auf der Basis eigener Konsumenten-Marktforschung und Analyse der polnischen Bio-Wertschöpfungskette - vom Biobauern bis zum Einzelhandel. Bereits 7% der polnischen Konsumenten kaufen Bio-Lebensmittel. Weitere 38% der Verbraucher leben in der Überzeugung, solche ökologischen Produkte zu kaufen, erwerben in Wirklichkeit aber nur „bio-ähnliche“ Produkte, also solche, die kein Bio-Siegel tragen und nicht nach geprüften Biorichtlinien produziert werden. Eine Informationskampagne des polnischen Landwirtschaftsministeriums zum Thema Bio-Lebensmittel ist bereits in Arbeit und könnte die Nachfrage nach zertifizierten Bioprodukten stark erhöhen. Ein relativ grosser Teil der polnischen Verbraucher ist überraschenderweise bereit, für Bio-Lebensmittel einen Aufpreis von 50% und mehr zu bezahlen, und viele Konsumenten würden gerne mehr dieser Produkte kaufen, finden sie aber noch kaum in den Läden. Dies liegt sowohl an der noch geringen Anzahl an Geschäften, die Bioprodukte führen, als auch an mangelnder Kenntnis der Verbraucher, wie man „echte“ Bioware erkennen kann. Der Report schätzt den polnischen Markt für Bio-Lebensmittel aktuell auf einen Wert von 50 Millionen Euro jährlich und rechnet mit einer Verzehnfachung innerhalb der nächsten 10 Jahre. Der Anteil der ökologisch bewirtschaften Fläche an der gesamten Agrarfläche beträgt in Polen bisher nur ein Drittel des entsprechenden EU-Durchschnittes, aber die Wachstumsraten sind enorm: 2005, im Jahr nach Polens EU-Beitritt, hat sich die Fläche der Biobauernhöfe verdoppelt und ihr Anteil an der Gesamtfläche wird voraussichtlich in 5 Jahren dem aktuellen EU-Durchschnitt von 3,4% entsprechen. Wenn ein polnischer Bauer auf ökologische Bewirtschaftung umstellt, kommt es interessanterweise in der Regel nicht zu grösseren Einbussen beim Hektarertrag, da die meisten Bauern dort viel weniger Kunstdünger und Pestizide einsetzen und ihre Äcker meist nach traditionellen, kleinbäuerlichen Methoden bestellen. Bei Erdbeeren, Äpfeln oder Kartoffeln sind die Erträge der Biobauern in Schnitt sogar höher als die ihrer konventionell wirtschaftenden Kollegen. Was Polen darüberhinaus wettbewerbsfähig macht, sind die niedrigen Lohnkosten, die lediglich ein Fünftel des EU-Durchschnitts betragen. Doch auf dem Weg vom Biobauern zum Biokonsumenten gibt es noch einen entscheidenden Engpass: Es gibt in Polen bisher kaum verarbeitende Betriebe für ökologische Lebensmittel, und auch Gross- und Einzelhandelsstrukturen sind kaum entwickelt. Das zwingt viele Biobauern dazu, ihre Produkte über konventionelle Kanäle abzusetzen. So wird Biogetreide mit konventionellem Getreide vermahlen, Bioschweine enden als konventionelle Wurst und Biomilch wird mit konventioneller Milch zu Käse verarbeitet. Und so finden die interessierten Verbraucher noch kaum Biolebensmittel in den Läden, obwohl schon relativ viele polnische Bauern auf ökologischen Betrieb umgestellt haben. Für Investoren bedeutet dies einerseits attraktive Preise, andererseits die Notwendigkeit, eigene Beschaffungsmarktstrukturen aufzubauen. Insgesamt scheint jetzt der richtige Moment gekommen zu sein, in den polnischen Markt für Bio-Lebensmittel einzusteigen: Der Markt bietet bereits viele Potenziale, aber der Konkurrenzdruck ist noch gering. Dennoch gilt es, den Markt vor grösseren Investitionsentscheidungen genau zu analysieren und jeden Schritt genau zu planen, um die noch bestehenden Klippen zu umschiffen. Die Autoren: SixtyTwo International Consultants ist eine deutsch-polnische Beratungsgesellschaft, spezialisiert auf Expansionsstrategien, Off-shoring und Marktanalysen. Die Gründer von SixtyTwo und Autoren dieses Reports verfügen über langjährige Berufserfahrung bei Procter & Gamble, McKinsey & Company sowie der Deutschen Bank Gruppe. © 2006, SixtyTwo International
Consultants
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